Neue Studie: 42 % mehr Stromnutzung bei klimaschonender Energieversorgung

6 November 2015 1.099 views Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Die Umstellung auf eine klimaschonende, weitgehend regenerative Energieversorgung in Deutschland kann Kosten sparen. Voraussetzung ist jedoch, dass der CO2-Ausstoß mit 100 Euro pro Tonne deutlich mehr kostet als derzeit.

7x7 SonnenbankDies ist eines der zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie zu den Kosten der Energiewende und der Transformation des deutschen Energiesystems bis 2050, die das Fraunhofer ISE heute in Berlin vorstellte. Zielvorgabe ist eine 80- bis 90-prozentige Reduzierung der CO2-Emissionen und ein möglichst kostenoptimaler Umbau des gesamten Energiesystems unter Einbeziehung aller Verbrauchssektoren inklusive dem Straßen- und Luftverkehr sowie der Schifffahrt.

Umbau des Energiesystems günstiger als Energiemix?

Die ISE-Forscher stellen hierzu sechs verschiedene Szenarien auf. Angenommen wird jeweils der beschlossene Ausstieg aus der Kernkraft ab 2022 als auch der Ausstieg aus der Kohle bis spätestens zum Jahr 2050. Wenn die fossilen Preise gleich bleiben wie jetzt und die CO2-Emissionen nicht teurer werden, besteht bei einem entsprechenden Umbau ein zusätzlicher Investitionsbedarf von 35 Mrd. € jährlich. Dies entspricht etwa 0,8 % des Bruttoinlandsprodukts.

Die gesamten Mehrkosten gegenüber dem heutigen Energieversorgungssystem liegen bis zum Jahr 2050 bei 1.100 Mrd. €. Bei einer jährlichen Preissteigerung für fossile Energieträger um zwei Prozent, sowie einer sukzessiven Besteuerung der Tonne CO2  in Höhe von 100 € bis zum Jahr 2030, ist ein entsprechender Umbau um 600 Mrd. € günstiger als die Weiterführung des jetzigen Energiemixes.

Bei dem Szenario einer CO2-Reduzierung um 85 % steigt die Stromerzeugung bis 2050 um 26 % an, die Stromnutzung sogar um 42 %. Gleichzeitig reduziert sich der Primärenergieeinsatz um 43 %. „Wir gehen von einem sinkenden konventionellen Strombedarf beispielsweise für Beleuchtung aus, und von einem wachsenden Stromverbrauch für neue Anwendungsbereiche wie Power-to-Heat sowie für Elektromobilität“, sagte Studienautor Hans-Martin Henning.

Quelle: www.sonnewindwaerme.de, Newsletter vom 5.11.2015

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