Missverständnis 7: PV treibt Strompreise

8 Oktober 2012 2.856 views Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

Der Brutto-Strompreis für Privathaushalte ist seit dem Jahr 2000 um 10 ct/kWh angestiegen, die EEG-Umlage aber nur um 3,3 ct/kWh. Der Großteil der Preissteigerungen kann somit nicht mit der EEG-Umlage begründet werden.

Dies zeigt sich besonders deutlich in diesem Jahr: obwohl die EEG Umlage praktisch konstant blieb (Anstieg von 3,53 auf 3,59 ct/kWh) haben die Stromversorger wieder etwa 4% Preiserhöhungen angekündigt.

Die Politik definiert, wer den Umstieg auf erneuerbare Energien finanziert. Sie hat entschieden, energieintensive Industriegebiete mit einem hohen Stromkostenanteil weitgehend von der EEG-Umlage zu befreien und plant, diese Freistellung in Zukunft auszuweiten. Dies erhöht die Belastung für andere Stromkunden, insbesondere für Privathaushalte, auf die knapp 30% des gesamten Stromverbrauchs entfallen. Für stromintensive Unternehmen bedeutet dies, dass sie von der Einspeisung von Solar- und Windstrom profitieren, weil das höhere Angebot die Preise an der Leipziger Strombörse senkt (Merit Order Effekt). Die Agentur für Erneuerbare Energien schätzt, dass der Merit Order Effekt im Jahr 2009 die Stromkosten an der Leipziger Börse um unsgesamt ca. 3,1 Mrd. € gesenkt hat. Umgelegt auf den gesamten Stromverbrauch des Jahres von ca. 500 TWh entspricht dies einer Preissenkung von ca. 0,6 ct/kWh.

Hier finden Sie weitere Beiträge aus unserer Reihe zum Thema Missverständnisse über die Photovoltaik.

Quelle: Fraunhofer-Institut (pdf)

 

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Schwerpunktthemen: Photovoltaik, PV Missverständnisse
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