„DNR kritisiert die Kampagne gegen das EEG“

17 Oktober 2012 2.414 views Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Der deutsche Naturschutzring gibt eine Pressemitteilung heraus und äußert sich „zu der anhaltend schiefen Debatte zum Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG)“.  Mit den folgenden acht Punkten nimmt der DNR Stellung:

„1. Noch immer gibt es in der Energiepolitik kein Gesamtkonzept, zu dem nicht nur die Erneuerbaren Energien gehören, sondern vor allem Effizienzsteigerung und Einsparen. Erst das Gesamtkonzept macht die Energiewende aus. Aber dafür scheint niemand in der Bundesregierung verantwortlich zu sein.

2. Unabhängig vom Atomausstieg ist die Energiewende überfällig. Auch im alten System hätten jetzt umfangreiche Investitionen angestanden, denn rund ein Drittel des Kraftwerkparks hätte erneuert werden müssen. Das aber wären fragwürdige Investitionen gewesen, denn bei Laufzeiten von rd. 50 Jahren für Kraftwerke wären sie eine Blockade für Innovationen geworden.

3. Nach allen vorliegenden Studien werden die Energiealternativen ein-schließlich der Erneuerbaren Energien in wenigen Jahren deutlich preisgünstiger sein als die Fortsetzung des Bestehenden. Das Problem sind die Kosten des Übergangs, aber der Übergang ist richtig.

4. Generell ist eine Modernisierung des Leitungsnetzes notwendig, insbesondere die Umstellung auf HGÜ-Leitungen, die wesentlich effizienter sind. Im Übrigen machen die Kosten rund 0,4 Cent aus, die Horrorzahlen für Ausbau und Kosten sind weit übertrieben.

5. Die Probleme in der Versorgung der süddeutschen Länder sind hausgemacht. In der Vergangenheit haben die Landesregierungen in Bayern und Baden-Württemberg den Atomausstieg verhindern wollen, sie gehörten zu den Vorreitern der Laufzeitverlängerung. Deshalb haben sie im letzten Jahrzehnt nichts in den Umbau der Energieversorgung investiert. Das hat sich erst im letzten Jahr geändert, aber ein Jahrzehnt wurde verloren.

6. Die Kosten für Photovoltaik liegen deutlich geringer als behauptet, zuletzt bei rd. 18,5 Cent pro Kilowattstunde. Sie tragen sich selbst im Gegensatz beispielsweise zu Off-Shore-Windanlagen, deren Kosten aber nicht öffentlich kritisiert werden, vielleicht weil dort vor allem Finanzanleger und die großen Energiekonzerne beteiligt sind.

7. Was fehlt, ist insbesondere eine dezentrale Infrastruktur für die Energiewende, also Speicher, Regeltechnik, Lastmanagement, usw.. Hier wird zu wenig getan.

8. Viele Kosten sind zurückzuführen auf ein fehlendes Gesamtkonzept und die zahlreichen Ausnahmeregelungen und Privilegien für die Wirtschaft, die immer fragwürdiger werden. Natürlich ist der Umbau nicht umsonst zu haben, aber heute werden die Kosten sehr einseitig zu Lasten der privaten Verbraucher verteilt. Das ist ungerecht.“

Lesen Sie die gesamte Mitteilung.

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